Heidelbeeren für Hunde

Heidelbeeren, auch Blaubeeren (Vaccinium myrtillus) genannt, sind kleine, runde Früchte mit einem Durchmesser von etwa 5–16 mm. Sie haben eine blaue bis violette Farbe. Man unterscheidet Wildheidelbeeren und Kulturheidelbeeren. Sie sind reich an Antioxidantien und Mangan, weswegen sie bei Hunden eine sinnvolle Ergänzung sein können. Im folgenden Artikel erfahren Sie alles über Heidelbeeren für Hunde.

Heidelbeeren für Hunde

Nährwertangaben

Blaubeeren gelten als kalorien- und fettarm, sie werden vor allem wegen ihres gesundheitlichen Nutzens bei BARF eingesetzt, dienen aber auch als Mangan-Quelle.

Eine 100-Gramm-Portion roher Blaubeeren enthält:

  • Energie: 57 kcal
  • Wasser: 84 %
  • Eiweiß: 0,7 g
  • Kohlenhydrate: 14,5 g
  • Zucker: 10 g
  • Ballaststoffe: 2,4 g
  • Fett: 0,3 g

Blaubeeren bestehen hauptsächlich aus 14 % Kohlenhydraten, 84 % Wasser und geringen Mengen an Eiweiß und Fett. Die Kohlenhydrate in Blaubeeren stammen vornehmelich aus Glukose und Fruktose, aber es sind auch einige Faserstoffe enthalten.

Vitamine und Mineralstoffe

Heidelbeeren sind eine gute Quelle für verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die für Hunde essentiell sind, darunter:

  • Vitamin K1. Dieser Nährstoff ist auch als Phylloquinon bekannt. Vitamin K1 ist hauptsächlich an der Blutgerinnung beteiligt, kann aber auch die Knochengesundheit fördern.
  • Vitamin C. Auch bekannt als Ascorbinsäure, ist Vitamin C ein Antioxidans, das für die Gesundheit der Haut und die Immunfunktion wichtig ist.
  • Mangan. Dieser essenzielle Mineralstoff wird für einen normalen Aminosäure-, Protein-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel benötigt. Unter den Obst- und Gemüsesorten, die bei BARF eingesetzt werden, zählen Heidelbeeren mit 4,1 mg pro 100 g zu den stärksten Mangan-Lieferanten.

Heidelbeeren enthalten auch geringe Mengen an Vitamin E, Vitamin B6 und Kupfer.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Heidelbeeren sind reich an Antioxidantien und nützlichen Pflanzenstoffen. Aus dem Humanbereich sind einige positive Wirkungen bekannt:

  • Anthocyane. Diese Antioxidantien sind für die Farbe der Heidelbeeren verantwortlich. Sie können das Risiko von Herzkrankheiten verringern.
  • Quercetin. Eine hohe Aufnahme dieses Flavonols wird mit einem niedrigeren Blutdruck und einem geringeren Risiko für Herzerkrankungen in Verbindung gebracht.
  • Myricetin. Dieses Flavonol kann eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen haben, z. B. bei der Vorbeugung von Krebs und Diabetes.

Anthocyane gehören zu einer großen Familie von Polyphenolen, den so genannten Flavonoiden, von denen man annimmt, dass sie für viele der positiven Wirkungen der Heidelbeeren verantwortlich sind. Die Anthocyanosidkonzentration in den Beeren beträgt etwa 0,1 % bis 0,25 %. Der Gehalt an Anthocyanosiden in der Beere steigt der Beere mit der Reifung der Frucht an. Konzentrierte Heidelbeer-Extrakte sind in der Regel auf 25 % Anthocyanoside standardisiert.

Es gibt nicht viele Studien zum Nutzen von Heidelbeeren speziell für Hunde. In der Zeitschrift Comparative Biochemistry and Physiology wurde eine Studie veröffentlicht in der Schlittenhunde nach dem Training Heidelbeeren erhielten. Diese Hunde zeigten anschließend einen höheren Gehalt an Antioxidantien, was darauf hindeutet, dass Heidelbeeren zum Schutz vor trainingsbedingten oxidativen Schäden beitragen könnten.

In einer anderen Studie an Ratten zeigten Blaubeeren entzündungshemmende Eigenschaften. Die untersuchten Tiere litten an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Entzündungsmarker nach der Fütterung von Blaubeeren niedriger waren. Sie führten dies darauf zurück, dass Heidelbeeren zur Wiederherstellung des Ungleichgewichts der Neurotransmitter beitragen können.

Versuche an Ratten haben gezeigt, dass nach 3-monatiger Gabe von Heidelbeer-Extrakt (20 mg / kg Körpergewicht) eine positive Auswirkung bei der Verhinderung der Entstehung von Grauem Star und Makuladegeneration auftrat. Bei beiden Krankheiten spielt eine Schädigung der Augen durch freie Radikale eine Rolle, weshalb ein großes Interesse an Antioxidantien besteht. Die Antioxidantien in Heidelbeeren sind Radikalfänger und bei zahlreichen altersbedingten Augenerkrankungen eingesetzt werden.

Heidelbeeren enthalten außerdem Tannine, die positive Wirkungen bei Durchfall zeigen. Mit frischen, aufgekochten Heidelbeeren werden diese speziellen Gerbstoffe zugeführt. Dazu werden 10–20 g Heidelbeeren etwa 10 Minuten lang in 250 ml Wasser gekocht und der entstehende Sud wird abgekühlt dem Tier verabreicht. Es werden etwa 25 ml pro 5 kg Körpergewicht eingesetzt.

Mengen

Heidelbeeren können bei gebarften Hunden Teil des normalen Obst-Gemüse-Mixes sein. Der BARF-Rechner ermittelt den Anteil automatisch. Aber auch Hunde, die Fertigfutter bekommen, können Heidelbeeren zusätzlich gegeben werden. Pro kg Körpergewicht sollte man nicht mehr als zwei Heidelbeeren verabreichen, da größere Mengen zu Verdauungsstörungen führen können. Da Heidelbeeren oft nicht pur gefressen würden, können sie beispielsweise mit Joghurt püriert werden. Ein mit diesem Joghurt gefüllter Kong kann als Beschäftigung gegeben werden. Insbesondere bei Welpen kann das während der Zahnung auch eingefroren angeboten werden.