Knochenbrühe für Hunde

Knochenbrühe (oder auch Kraftbrühe) ist seit Jahrtausenden in aller Munde – in letzter Zeit hat sie auch in der Hundeernährung an Bedeutung gewonnen. Eine kräftigende Brühe hat viele positive Eigenschaften, die auch für gebarfte Tiere und vor allem alte Hunde vorteilhaft sind. Erfahren Sie in diesem Artikel alles die Herstellung und die Vorteile von Knochenbrühe.

Knochenbrühe für Hunde

Was ist Knochenbrühe?

Knochenbrühe wird durch langes Auskochen von Knochen hergestellt. Für diesen Zweck eignen sich alle Knochen, auch große Markknochen, die bei BARF sonst nicht zum Einsatz kommen. Die Knochen können auch von jeder Art von Tier stammen, z. B. Rind, Lamm, Ente, Huhn, aber auch Schweineknochen können verwendet werden. Normalerweise wird bei BARF kein Schwein eingesetzt, da es aufgrund des Risikos der Aujeszky-Krankheit nicht roh verfüttert werden darf. Aber in gekochter Form ist Schwein unproblematisch. Also können auch die Knochen vom Schwein verwendet werden.

Wie wird Knochenbrühe hergestellt?

Knochensuppe zu kochen, ist sehr einfach. Man benötigt die folgenden Zutaten:

  • 4 Liter Wasser
  • 1 kg Knochen (es dürfen auch fleischige Knochen sein)
  • 2 g Salz
  • 30 ml Apfelessig
  • Zusätzlich kann auch Gemüse hinzugefügt werden

Die Zutaten werde in einen großen Topf gegeben und aufgekocht. Es ist auch möglich, einen Druckkochtopf zu verwenden. Anschließend lässt man die Suppe für 12 bis 24 Stunden auf niedriger Stufe mit geschlossenem Deckel köcheln. Nach dem Abkühlen werden große Knochenstücke entfernt und entsorgt. Hunde dürfen keine gekochten Knochen fressen. Hat man sehr weiche Knochen verwendet wie z. B. Hühnerkarkassen, dann kann es nach sehr langer Kochzeit passieren, dass die Knochen zerfallen. In dem Fall kann man sie in der Suppe belassen und verfüttern .Wenn die Suppe vollständig abkühlt, wird sie eine geleeartige Konsistenz entwickeln, was ein gutes Zeichen ist. Die in der Knochenbrühe enthaltene Gelatine zieht auf natürliche Weise Flüssigkeiten an und bindet sie. Aus diesem Grund gerinnt richtig zubereitete Brühe im Kühlschrank. Bei Bedarf kann die Brühe etwas verdünnt werden – je nach Einsatzzweck.

Wie hoch ist der Nährstoffgehalt?

Knochenbrühen gelten als nährstoffreich, da Knochen beispielsweise viel Calcium, Phosphor, Magnesium und Kalium enthalten. Setzt man besonders markreiche Knochen ein z. B. Röhrenknochen steuert das Knochenmark zudem noch Vitamin A, Zink, Eisen, Mangan, Selen sowie verschiedene Fettsäuren bei. Knochenbrühe enthält außerdem verschiedene Aminosäuren und je nach Knochen ist auch mehr oder weniger Fett enthalten. Zudem liefert Knochenbrühe Kollagen, Glucosamin und Chondroitin. Das sind natürliche Verbindungen, die im Knorpel vorkommen und bekanntermaßen die Gesundheit der Gelenke unterstützen.Allerdings sollte man sich nicht zu viel von der Nährstoffzufuhr versprechen. Pures Wasser weist die folgenden Nährstoffgehalte auf:

Calcium (Ca) 29,5 mg/l
Kupfer (Cu) 0,032 mg/l
Eisen (Fe) 0,034 mg/l
Magnesium (Mg) 1,2 mg/l
Mangan (Mn) 0,004 mg/l
Phosphor (P) 0,193 mg/l
Kalium (K) 2,90 mg/l
Natrium  (Na) 45,3 mg/l
Schwefel (SO4) 11,2 mg/l
Zink (Zn) 0,05 mg/l

Knochenbrühe hat höhere Nährstoffgehalte zu bieten. Die Nährstoffdaten für aus Bisonknochen (also harten Knochen) hergestellter Knochenbrühe, sehen folgendermaßen aus:

Nährstoffe 12 Stunden Kochzeit 24 Stunden Kochzeit
Calcium (Ca) 6,61 mg/l 27,2 mg/l
Kupfer (Cu) 0,017 mg/l 0,035 mg/l
Eisen (Fe) 0,125 mg/l 0,245 mg/l
Magnesium (Mg) 11,1 mg/l 14,7 mg/l
Mangan (Mn) 0,004 mg/l 0,004 mg/l
Phosphor (P) 64,6 mg/l 68,0 mg/l
Kalium (K) 420 mg/l 668 mg/l
Selen (Se) 1,43 mcg/L 0,35 mcg/L
Natrium  (Na) 534,0 mg/l 1060,0 mg/l
Schwefel (SO4) 39,3 mg/l 64,2 mg/l
Zink (Zn) 0,075 mg/l 0,158 mg/l
Protein 57,5 g/l 118,6 g/l

Im Vergleich zur Knochenbrühe, liefert beispielsweise 1 kg Hühnerhälse 15.000 mg Calcium, was verdeutlicht, dass Knochenbrühe zusätzlich gegeben werden kann, aber niemals die Knochenfütterung oder andere Bestandteile in einer BARF-Ration ersetzt!


 

Wie kann die Brühe gelagert und verabreicht werden?

Knochenbrühe hält sich im Kühlschrank bis zu 5 Tage, sie kann aber auch eingefroren werden. Bei kleineren Hunden eigenen sich hierfür auch Silikonbackformen, sodass kleine Portionen eingefroren und bei Bedarf wieder aufgetaut werden. Die Brühe kann kalt verabreicht werden, bei fröstelnden Hunden sollte sie allerdings erwärmt werden. Es ist sowohl eine isolierte Gabe möglich als auch eine Verabreichung zusammen mit dem Futter. Es gibt keine klaren Vorgaben zur Menge an Knochenbrühe, die verabreicht werden kann oder sollte. Das hängt auch vom Einsatzzweck ab. Grundsätzlich sollte die Brühe aber eher löffelweise gegeben werden und nicht literweise.

Wofür eignet sich die Brühe?

Knochenbrühe eignet sich, um beispielsweise Kräuter oder Rinden (z. B. Slippery Elm) zu verabreichen. Die meisten Hunde fressen Kräuter nicht pur oder mit Wasser angeführt. Mit Knochenbrühe jedoch steigt die Akzeptanz deutlich. Kraftbrühen können auch verwendet werden, um bei Nieren- und Blasenerkrankungen die Wasseraufnahme zu erhöhen (die Menge bitte mit dem Tierarzt / Tierheilpraktiker abstimmen). In diesem Fall würde man die Brühe so weit verdünnen, dass sie für das Tier attraktiv bleibt. Warme Knochenbrühe kann verwendet werden, um beispielsweise im Winter alte und / oder fröstelnde Hunde innerlich aufzuwärmen. Jeder, der schon einmal im Winter oder bei einer Erkältung eine heiße Brühe getrunken hat weiß, dass Knochenbrühe wärmt und aufbaut. Nicht umsonst, werden solche Brühen auch als Kraftbrühen bezeichnet. In der Naturheilkunde, z. B. der Traditionellen Chinesischen Medizin haben solche Kraftbrühen seit jeher einen hohen Stellenwert, wenn es darum geht, einen geschwächten Patienten aufzubauen oder zu wärmen. Aber Knochenbrühe kann noch mehr.

Welchen gesundheitlichen Nutzen hat Knochenbrühe?

Die Inhaltsstoffe der Knochenbrühe machen sie für weitere Fälle zu einer nützlichen Ergänzung:

  • Bei Versuchen an Ratten hat sich gezeigt, dass die in Knochenbrühe enthaltene Gelatine die Schleimhaut des Verdauungstrakts schützt und heilt.
  • Eine in der Gelatine enthaltene Aminosäure namens Glutamin trägt zur Aufrechterhaltung der Funktion der Darmwand bei und ist daher eine gute Unterstützung bei „Leaky Gut“ (undichter Darm). Leaky Gut wird mit mehreren chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht und entsteht, wenn die Darmbarriere nicht mehr intakt ist. Substanzen, die der Körper normalerweise nicht durchlässt, dringen in den Blutkreislauf ein, was zu Entzündungen und anderen Problemen führt.
  • Aus all diesen Gründen kann die Gabe von Knochenbrühe für Tiere mit Leaky Gut, einem Reizdarmsyndrom (IBS) oder einer entzündlichen Darmerkrankung (IBD) nützlich sein.
  • Die in Knochenbrühe enthaltenen Aminosäuren, darunter Glycin und Arginin, haben eine stark entzündungshemmende Wirkung. Insbesondere Arginin kann bei der Bekämpfung chronischer Entzündungen von großem Nutzen sein. Eine Studie an Mäusen zeigte, dass die orale Verabreichung von Arginin an Tiere mit Asthma die Entzündung der Atemwege verringert und die Asthmasymptome verbessert.
  • Eine andere Studie an Ratten deutet darauf hin, dass die Einnahme von Arginin zur Bekämpfung von Entzündungen bei Übergewicht beitragen könnte.
  • Kollagen ist das Hauptprotein in Knochen, Sehnen und Bändern. Während des Kochvorgangs wird das Kollagen aus Knochen und Bindegewebe in Gelatine aufgespalten. Gelatine enthält wichtige Aminosäuren, die die Gesundheit der Gelenke unterstützen. So sind Prolin und Glycin enthalten, die der Körper zum Aufbau seines eigenen Bindegewebes verwendet. Dazu gehören auch Bänder und Sehnen.
  • Knochenbrühe enthält auch Glucosamin und Chondroitin. Das sind natürliche Verbindungen, die im Knorpel vorkommen. Studien haben gezeigt, dass Glucosamin und Chondroitin dazu beitragen können, Gelenkschmerzen und die Symptome von Osteoarthrose zu lindern.