Einen alten Hund barfen

von: Nadine Wolf | Lesedauer: 5 Minuten | veröffentlicht am: 19.07.21

Was muss ich beachten?

Grundsätzlich ist es nie zu spät für eine gesunde Ernährung. Auch älteren Hunden kann man etwas Gutes tun, indem man sie artgerecht ernährt. Gerade Senioren sind auf hochwertige Nahrungsmittel angewiesen, weil ihre Verdauung oftmals nicht mehr ganz so effizient funktioniert. Nutzlose Füllstoffe behindern die Nährstoffaufnahme nur noch stärker. Außerdem ist die Gewichtskontrolle mit BARF etwas einfacher und vor dem Hintergrund mangelnder Bewegung im Alter sollte darauf geachtet werden.

Kann man im Alter noch auf BARF umstellen?

Prinzipiell ist es möglich, einen alten Hund auf BARF umzustellen. Dennoch müssen die Umstände im Auge behalten werden. Den Organismus eines sehr alten und kranken Hundes, dem vielleicht nur noch wenig Zeit bleibt, mit einer Futterumstellung auf BARF zu belasten, ist möglicherweise nicht sinnvoll. Hier könnte gekochtes Futter eine gute Alternative sein, denn das wird in der Regel von fast allen Hunden vertragen (nicht umsonst stellt man kranke Tiere auf eine s. g. Schonkost um). Ein rüstiger Senior kann hingegen mit BARF durchaus einiges an Vitalität zurückgewinnen. Aber auch hier muss die Umstellung besonders vorsichtig und schrittweise erfolgen. Außerdem vertragen alte Hunde nicht immer sämtliche Komponenten

Wann ist ein Hund ein Senior?

Die gängigste Theorie, um das Alter von Menschen und Hunden zu vergleichen, verwendet den Faktor 7, um Menschenjahre mit Hundejahren in Relation zu bringen. Diese einfache Gleichung ist nur eine grobe Schätzung. Ein genauerer Vergleich des Alters von Menschen und Hunden berücksichtigt die Größe und Rasse des Hundes. Im Gegensatz zu großen Hunden altern kleine Exemplare langsamer und haben eine längere Lebensspanne. Darüber hinaus haben bestimmte Rassen eine höhere Lebenserwartung als andere. Vergleicht man nur die Größe, so hat ein Zwergpudel eine höhere Lebenserwartung als eine Deutsche Dogge. Zieht man die Rasse mit in Betracht, so wird ein Barsoi vermutlich älter werden als eine Französische Bulldogge. Das Verhältnis von 7 zu 1 gilt also nicht für alle.

Wann genau ist ein Hund denn ein Senior? Im Grunde kann man es nicht wirklich an einer Zahl festmachen. Zwar werden kleine Hunde werden mit 11 Jahren als Senioren eingestuft, mittelgroße Tiere ab 10 Jahren, große ab 8 und Riesenrassen schon ab 7 Jahren. Aber ob ein Hund im Alter anders gefüttert werden muss als noch in jungen Jahren, hängt von individuellen Faktoren ab.

Futterplananpassung bei Senioren

Grundsätzlich kann ein Hund so lange normal gebarft werden wie diese Art der Fütterung problemlos vertragen wird. Es ist aber möglich, dass ältere Tiere bindegewebsreiche Komponenten wie Pansen oder Lunge (oder auch getrocknete Schweineohren) bzw. Knochen nicht mehr vertragen. Im BARF-Rechner kann dies berücksichtigt werden, denn der Pansen kann im Rechner auf 0 % gestellt und durch Muskelfleisch ersetzt werden. Auch für die Knochen gibt es eine Alternative in Form von Knochenmehl, die der BARF-Rechner automatisch berechnet. Es gibt allerdings noch weitere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Einerseits spielt Übergewicht im Alter eine größere Rolle, da ältere Tiere sich nicht mehr so viel bewegen. Dadurch kann es passieren, dass die Futtermenge sehr gering wird. In so einem Fall empfiehlt es sich, die Ration zumindest hin und wieder mit einer Vitamin- und Mineralstoffmischung zu ergänzen, um auf diese Art zusätzliche Nährstoffe zuzuführen, ohne die Kalorienzufuhr zu erhöhen. Sehr wichtig ist insbesondere die Berücksichtigung von Erkrankungen. Alte Tiere leiden wesentlich häufiger an Niereninsuffizienz, Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs als jüngere Tiere. Dies erfordert teilweise eine umfangreichere Futterplananpassung. Diese kann mit dem Nährwertrechner durchgeführt werden, sofern entsprechende Kenntnisse vorhanden sind. Ansonsten empfiehlt es sich, einen Ernährungsberater hinzuzuziehen.

Quelle:
Hand, M. S. et al. (2010): Small Animal Clinical Nutrition