Die richtige Futtermenge bei BARF

Eine passende Futtermenge stellt nicht nur bei BARF sicher, dass das Tier sein Idealgewicht hält (oder erreicht), sondern sorgt auch für eine optimale Nährstoffversorgung. Wird die Menge zu hoch gewählt, führt das letztlich zu Übergewicht oder bei Welpen zu einem beschleunigten Wachstum. Eine zu niedrige Menge wiederum führt zur Gewichtsabnahme oder während des Wachstums zu Entwicklungsstörungen. Außerdem verschlechtert sich die Nährstoffaufnahme. Je geringer die relative Futtermenge ist, desto weniger Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren sowie Fettsäuren werden zugeführt.

Wie viel BARF braucht mein Hund?

Bei BARF wird die Futtermenge für gewöhnlich nach der Prozentmethode ermittelt. Dabei wird ein bestimmter Prozentwert vom Körpergewicht des Tieres berechnet. Hierbei ist es wichtig, vom Idealgewicht auszugehen. Das Ergebnis wird dann noch mit einem Faktor multipliziert, der die Aktivität berücksichtigt. Diese Aktivitätsfaktoren erhöhen die Futtermenge. Außerdem gibt es einen Kastrationsfaktor, der die Menge wieder reduziert. Beispielsweise könnte sich für einen 30 kg schweren Hund folgende Berechnung ergeben: 30 kg x 0,02 = 0,6 kg. Die Futtermenge beträgt dann 600 g am Tag. Bewegt sich der Hund 6 Stunden am Tag, weil es z. B. ein Schlittenhund ist, so verdoppelt sich die Menge, weil mit dem Faktor 2 multipliziert wird.

Wovon fängt die Futtermenge ab?

Wie hoch dieser Prozentwert ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Kleine Tiere brauchen prozentual gesehen mehr Futter als große Tiere. Alte oder auch kastrierte Tiere haben einen verlangsamten Stoffwechsel und benötigen weniger Futter, um ihr Gewicht zu halten. Welpen oder Junghunde haben ebenso wie trächtige bzw. säugende (laktierende) Hündinnen einen sehr viel höheren Bedarf. Natürlich spielt auch die Aktivität eine große Rolle und selbst die Jahreszeit und die Felllänge haben Einfluss auf die Futtermenge.Als Richtwerte für die Prozentmethode gelten folgende Werte:

  • Zwergrassen: 3–4 %
  • Kleine Rassen: 3 %
  • Mittelgroße Rassen: 2–3 %
  • Große Rassen: 2 %
  • Welpen: 6–12 %
  • Junghunde: 3–5 %
  • Trächtige Hündinnen: 3–6 %
  • Laktierende Hündinnen: 3–10 %

Die richtige Futtermenge finden

Die Spannbreite der Prozentwerte ist sehr groß, was die Berechnung schwierig macht. Der BARF-Rechner macht daher einen Vorschlag zur Futtermenge. Dieser basiert auf den Angaben zum Tier (Körpergewicht, Aktivität, Kastration) beziehungsweise beim Welpen auch zum Endgewicht und Lebenswoche. Dennoch muss der ermittelte Wert nicht unbedingt auf Ihr Tier zutreffen. Es gibt gute und schlechte Futterverwerter. Außerdem ist auch die Menge an zusätzlichen Leckerlis und Trockenkauartikeln entscheidend. Je mehr Snacks gefüttert werden, desto geringer wird die Hauptfuttermenge.Das wichtigste Element bei der Festlegung der Futtermenge ist daher die Figur des Hundes. Solange das Tier eine Idealfigur aufweist, ist die Menge passend – unabhängig davon, was die Ermittlung über Formeln ergeben hat. Eine Ausnahme dabei stellen nur prozentual sehr niedrige Futtermengen dar. Dies kann beispielsweise Resultat einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Hier gilt es, die Ursache zu finden. Eine Idealfigur liegt dann vor, wenn die Rippen leicht tastbar sind, ohne sichtbar herauszustehen. Die Taille sollte gut sichtbar sein, aber nicht zu stark abgezeichnet sein.

Warum kein Energiebedarfswert?

Für Hunde stehen natürlich auch wissenschaftliche Bedarfswerte nach NRC zur Ermittlung des Energiebedarfs zur Verfügung. Diese Werte sind allerdings nur schwer auf gebarfte Tiere übertragbar. Erfahrungsgemäß liegt die Kalorienzufuhr bei gebarften Tieren niedriger als der Bedarfswert es suggeriert. Dies hat damit zu tun, dass bei einer BARF-Ration Fett die Hauptenergiequelle darstellt und nicht Kohlenhydrate, so wie es häufig bei Fertigfutter der Fall ist. Der Bedarfswert wurde aber für Fertigfutter konzipiert und dies berücksichtigt nicht, dass Fett von Hunden effizienter verstoffwechselt werden kann. Führt man mit BARF die Energiemenge laut NRC-Bedarfswert zu, dürften die meisten Hunde Übergewicht entwickeln.