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Mythos: Welpen müssen alle Komponenten täglich bekommen!

Dass der Welpe Mangelerscheinungen erleiden könnte, ist natürlich für viele Hundehalter die Horrorvorstellung schlechthin. Das Marketing diverser Fertigfutterhersteller zielt genau auf diese Angst ab. Es wird damit geworben, dass jeder Nährstoff in jeder Mahlzeit im richtigen Verhältnis vorliegen muss. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen wurde diese Denkweise – zumindest bei der Welpenfütterung – auch auf BARF übertragen.

Daher wird immer wieder postuliert, ein Welpe oder Junghund müsse z. B. Innereien, Knochen und sämtliche Zusätze unbedingt in jeder Mahlzeit im richtigen Verhältnis bekommen, da sonst Mangelerscheinungen auftreten. Selbstverständlich ist es nicht sinnvoll, einem Welpen nur einmal wöchentlich die gesamte RFK-Menge oder Seealgenportion zu verabreichen. Diese stoßweise Fütterung bestimmter Komponenten könnte tatsächlich zu Problemen führen und ist auch nicht sonderlich natürlich. Allerdings sind Welpen (zumindest ab 8 Wochen) ebenfalls in der Lage, auch Nährstoffe zu speichern, sodass nicht jeder Nährstoff alle 24 h zugeführt werden muss. Zwar ist bei Jungtieren die Kapazität, Nährstoffe zu speichern im Vergleich zu erwachsenen Tieren vermindert, dennoch verfügen auch sie über entsprechende Kapazitäten, sodass beispielsweise die Speicher für wasserlösliche Vitamine nach 2-3 Wochen fehlender Zufuhr entleert wären. Dies zieht aber nicht die Notwendigkeit einer Nährstoffzufuhr im exakten Tagesrhythmus nach sich.

Auch in der Natur ist so ein Vorgehen nicht zu finden. Ganz im Gegenteil: Wolfswelpen beispielsweise werden anfangs mit dem ernährt, was erwachsene Wölfe hervorwürgen. Dabei kann nicht ansatzweise die Rede davon sein, dass eine solche „Ration“ nun sämtliche Nährstoffe im richtigen Verhältnis enthält, denn meist erlegen Wölfe eher große Beutetiere. Nicht jeder Wolf nimmt damit zu jeder Mahlzeit die exakt passende Menge an Muskelfleisch, RFK, Innereien usw. auf. Damit kann auch keine exakt passende Aufteilung an Welpen weitergegeben werden. Das gleicht sich über die Zeit aus und auch Hunde können mit Schwankungen in der Nahrung durchaus umgehen – so wie jedes andere Lebewesen auch.

Es ist also kein Problem, wenn ein Welpe z. B. die Wochenmenge an RFK an vier Tagen erhält und nicht an sieben. Gleiches gilt für Zusätze oder Innereien. Der BARF-Rechner für Welpen ermöglicht sehr individuelle Einstellungen. Die Aufteilung richtet sich eher danach, wie der Welpe die Zusammenstellung am besten verträgt. Natürlich spricht nichts dagegen, alle Komponenten täglich zu füttern, aber es muss eben nicht zwingend sein.